Protec Orsingen - Fettverbrennung
 

Seit Dezember 2003 ist bei der Protec Orsingen eine Anlage zur Eigenfettverbrennung im Betrieb. Jährlich werden ca. 1.800 t. Tierfett darin verbrannt. Der Rest wird an zugelassene Verbrennungsbetriebe in Deutschland geliefert. Die Verwertungs- und Vermarktungsstrategie der Protec wird weiter auf die Erzeugung von Energie setzen, da diese Lösung Ressourcen und die Umwelt schont und einen wirtschaftlichen Erfolg verspricht.

Tierfett als Energiespender

Der Prozess der Tierkörperbeseitigung ist sehr energieaufwändig. Bisher wurde der für den Betrieb der Anlage notwendige Dampf in zwei Kesseln hergestellt. Als Brennstoff diente leichtes Heizöl und Erdgas. Jährlich wurde das Äquivalent von 2.300.000 Litern Heizöl verbraucht. 
Nach Inkrafttreten des Verfütterungsverbotes im Jahr 2000 war die Vermarktung für Tierfette und Tiermehl nur noch mit negativen Deckungsbeiträgen möglich.

Die European Technology and Trade Center entwickelte in unserem Auftrag ein Verfahren, in dem die Herstellung von Prozessdampf aus Tierfett möglich wurde. Es ist die erste Anlage in Europa, die den strengen Auflagen der Verordnung (EG) 1774/2002 VERORDNUNG DES EUROPÄISCHEN PARLAMENTS UND DES RATES vom 03.10.2002 mit Hygienevorschrift für den nicht für menschlichen Verzehr bestimmte tierische Nebenprodukte entspricht.

In der neuen Anlage kommt tierisches Fett anstelle von Heizöl und Gas als Brennstoff zum Einsatz. Das tierische Fett verfügt über einen ähnlichen Heizwert wie Heizöl, es beinhaltet jedoch keinen Schwefel und es ist regenerativ. Somit werden ca.6.670 Tonnen CO² jährlich eingespart. Das zur Anlage gehörende Tierfetttanklager entspricht den Vorschriften des Wasserhaushaltsgesetzes. Von hier aus gelangt das Fett über eine Mikrofiltration in den Brenner (Drehzerstäuber). Der Brenner ist für eine Leistung von ca. 9 MW ausgelegt, bei Volllast werden ca. 800 kg tierisches Fett pro Stunde verbrannt.

Die Verbrennung findet in einer 45 Kubikmeter großen Brennkammer statt. Hierbei werden Temperaturen von maximal 1250° C erreicht. Sinkt die Temperatur in der Brennkammer unter 850° C, wird die Verbrennung automatisch auf leichtes Heizöl umgestellt. Hierdurch ist eine vollständige Verbrennung des Tierfetts gewährleistet.
Die Rauchgase gelangen nach der Verbrennung in den Dampfkessel. Die bis zu 1000° C heißen Gase aus der Brennkammer, werden über den Dampfkessel von über 1000° C auf 140° C abgekühlt. 12 Tonnen Dampf können hier pro Stunde erzeugt werden. Mit diesem wird die Produktionsanlage für die Tierkörperbeseitigung betrieben.

Für die Einhaltung der Abgasqualität und die Gewährleistung der Grenzwerte sorgen Messgeräte.

Die Resultate werden auf einen Emissionswertrechner aufgezeichnet. Über einen neuen blendfreien 30 m hohen Stahlkamin werden die Abgase abgeleitet.

Daten und Fakten

Die Verbesserung durch die Eigenfettverbrennung auf einen Blick

  • Die Emissionen wie Schwefel und CO2 werden gesenkt.

  • Der Energieverbrauch wird um ca. 15% reduziert

  • Der lokale LKW-Verkehr wird erheblich eingeschränkt: Es fahren bis zu 60 LKWs pro Jahr weniger

  • Es wird weitgehend auf Primärstoffe verzichtet

  • Durch Installation eines neuen Druckkondensatsystems wird die Dampffahne beseitigt

  • Die Betriebskosten werden gesenkt.

 


Dampfkesselanlage


Überwachungs und Steuerungtechnik


Messeinrichtung


Rauchgasfilter und 
Tierfett-Tanks

 

  Errichtungskosten ca. 1,2 Mio. €
  Jährliche Einsparung     ca. 732.000 €
  Jährliche CO2 Einsparung ca. 6.670 t/a
  Primär Brennstoffeinsparung (HEL äuqivalent)    ca. 2.300.000 l
  Verbrennungstemperatur max.  ca. 1250° C
  Verbrennungstemperatur min.   ca. 850° C/2s
  Dampfleistung ca. 12 t/pro Std
  Dampfdruck ca. 12 bar
  Dampftemperatur ca. 185° C
  Gewicht Kessel und Brennkammer ca. 53.000 kg
  Brennertyp Drehzerstäuber
  Tanklager  
  Nutzvolumen 2 x 38.000 l
  Höhe 10 Meter
  Auffangwanne 90 m³
  Kamin  
  Material Stahl blendfrei
  Höhe 30 Meter
  Durchmesser 90 cm / 130 cm

 
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